„Erzbergwerk Bad Grund wurde stillgelegt Im Harz ist an diesem Wochenende unwiderruflich eine tausendjährige Bergbau-Tradition zu Ende gegangen. Nach der Schließung des Rammelsbergs in Goslar war die Grube „Hilfe Gottes“ noch das einzige Bergwerk, das seit 161 Jahren ununterbrochen Erz gefördert hat. Die Erschöpfung der Lagerstätten und der Verfall des Zinkpreises auf dem Weltmarkt haben die Preussag veranlaßt, die Grube zu schließen. Die Bergleute, die bis zuletzt mit großem Einsatz und Fleiß wahre Rekordmengen gefördert hatten, verloren ihren Arbeitsplatz unter Tage. Nur noch eine kleine Mannschaft bleibt zur Abwicklung der Stillegungsarbeiten übrig. Die Schließung der Grube sollte schon 1987erfolgen. Eine Demonstration der Belegschaft in Hannover, bei der eine Lore mit 19000 Unterschriften dem damaligen Ministerpräsidenten Albrecht übergeben worden war, wurde das Ende der Grube um fünf Jahre verschoben. Am 31.03. 1992 war endgültig Schluss mit dem Bergbau in Bad Grund.
Ernst-August-Stollen sicherte Harzer Familien über Jahrzehnte Lohn und Brot. 26 km lang ist der unter weiten Teilen des Harzes verlaufende Ernst-August-Stollen, dessen 125jähriges Bestehen am 6. August 1989 gefeiert wurde. Der Stollen, der in Clausthal-Zellerfeld beginnt und unterirdisch die Orte Wildemann und Bad Grund berührt, tritt in dem Flecken Gittelde am Harzrand wieder zutage, wo s ich schon am Morgen eine ansehnliche Festgemeinde zusammengefunden hatte. Von 1864 bis 1930 wurde durch den Stollen das für den Kumpel so gefährliche Grubenwasser aus den Bergwerken hinausgeleitet. Das abfließende Wasser trieb darüber hinaus die Turbinen zweier Kraftwerke im Kaiser- Wilhelm- und im Ottiliac-Schacht an. 1,5 Millionen handgetriebene Bohrlöcher und 2000 Zentner Pulver waren erforderlich, um die Anlage in 13jähriger Bauzeit zu vollenden. Der Clausthal-Zellerfelder Oberbergamtspräsident Gotthard Fürer würdigte in seiner Festrede den Fleiß und die Ausdauer sowie die berg- und vermessungstechnischen Leistungen der Markscheider, Steiger und Hauer, die mit noch relativ primitiven Mitteln gearbeitet haben. Hervorgehoben wurden auch die Weitsichtigkeit und das Durchsetzungsvermögen der Berghauptleute und die Bereitschaft der Landesherren, mit dem Projekt die Bergbauzukunft zu sichern. Der Ernst-August-Stollen wurde seinerzeit an zehn Punkten gleichzeitig begonnen und unter Tage so präzise aufeinander zugeführt, dass man mit bloßem Auge an den Durchschlägen kaum Abweichungen ausmachen kann. Ohne eine funktionsfähige Wasserlösung hätte der Harzer Bergbau schon vor über hu8ndert Jahren eingestellt werden müssen. Die Anlage hat also vielen >Familien über Jahrzehnte hinweg zu Lohn und Brot verholfen. Das Stollenbauwerk ist heute ein anerkanntes Industriedenkmal. Es ist noch immer voll funktionsfähig und wird von den Sicherheitsexperten des Oberbergamtes in jedem Jahr einmal auf seine gesamte Länge befahren.
Am 9 November 1967 konnte der Achenbachschacht auf der Grube Hilfe Gottes auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Als man im Jahre 1831 die „Hilfe Gottes“ als Versuchsbergbau nach acht Jahrzehnten der Stilllegung wieder aufnahm, teufte man den alten „Hile Gotteser Schacht“, der vorher eine Tiefe von 50 m erreicht hatte, tiefer ab. In 68 m Tiefe setzte man die erste Strecke an, auf deren Querschlag derbe Bleiglanzeinlagerungen überbrochen wurden. 10 m unter der ersten Strecke setzte man die zweite an, auf der Bleiglanz in einen Meter Stärke anstand. Durch weiteres abteufen wurde die dritte bis sechste Strecke angesetzt, und man fand zwischen der 5. Und 6. Strecke den kostbaren Bleiglanz teilweise bis zu 6 m Mächtigkeit. Bis zum Jahre 1842 war dieser Grubenschacht inzwischen auf 165 Meter abgesunken. Im Jahre 1899 wurde der Schacht auf 354 Meter bis zur 11. Sohle abgeteuft. Bald musste man erkennen, dass der alte Schacht den erhöhten Artbeitsleistungen nicht mehr gewachsen war. Man entschloss sich, im Jahre 1904 einen neuen Schacht abzuteufen. Der alte „Hile Gotteser Schacht“ wurde bis zur 6. Sohle zurückgesetzt, und der alte Gaibel sowie die Fahrkunst wurden abgebaut. Der neue Schacht wurde am 1. April 1904 angehauen und 1907 mit einer Gesamtteufe von 300 Metern fertiggestellt. Zum ehrenvollen Gedenken an den früheren Berghauptmann Achenbach erhielt die neue Schachtanlage den Namen „Achenbachschacht“. Unter Beteiligung vieler höherer Bergbeamter fand vor nunmehr 60 Jahren, am Sonnabend, den 9. November 1907, die feierliche Einweihung des neuen Förderschachtes und gleichzeitig die Einweihung des Aufbereitungs-Erweiterungsbaus auf dem Gelände der „Hilfe Gottes“ statt. Die gesamte Belegschaft war mit der Bergkapelle zu dem feierlichen Akt mit der Berg fahne aufmarschiert. Der Berghauptmann Adolf Achenbach gab den neuen Schacht den Namen. Dieser wurde am 24. Januar 1825 in Saarbrücken geboren. Zwölf Jahre lang stand er an der Spitze des Harzer Bergbaues als Berghauptmann im Oberbergamt Clausthal. Während seiner Amtszeit vom 1. Oktober 1888 bis zum 30. September 1900 befand sich der Oberharzer Bergbau im Aufblühen. Berghauptmann Achenbach machte sich für den Bergbau dadurch verdient, dass er im Jahre 1888 in den Bergbaubetrieben des Harzes den Bohrmaschinenbetrieb einführte. Zu seiner Amtszeit wurden überall die Berg- und Hüttenanlagen erweitert und auf seine Anregung hin der Hauptknappschaftsverein gegründet

Zeittafel der Geschichte des Erzbergwerks Grund

1430 Bergbau am Iberg, nördlich von Bad Grund. 1524 Erste Bergfreiheit für Bad Grund und Umgebung. ???? Erste Schürftätigkeit am Toten Mann (Gebiet der Grube Hilfe Gottes). 1564 Erste Erwähnung der Grube Hilfe Gottes. 1636 Wiederholter Abbau mit mehrjährigen Betriebsperioden. 1682 1740 1777 Baubeginn des Tiefen Georg-Stollen 1831 Wiederaufnahme des Betriebes als Staatliche Grube. 1838 Energieversorgung durch Zuführung von Innerstewasser über der Schultestollen. 1851 Auffahrung des Ernst - Auguststollen. 1864 1887 Vereinigung der Berginspektionen St. Andreasberg und Silbernal als Inspektion Grund. 1904 Achenbachschacht abgeteuft, Betriebsabteilung Hilfe Gottes. 1907 1923 Die Preußische Bergwerksaktiengesellschaft übernimmt die bis dahin Staatlich Berginspektion Grund. 1924 Einführung der Flotation. 1931 Die Erze der Grube Bergwerkswohlfahrt werden unter Tage zur Grube Hilfe Gotte gefördert, in Achenbachschacht gehoben und in der Aufbereitung verarbeitet. 1934 Entdeckung des Westfeld - Erzmittel I. 1945 Nach Kriegsende ruhte von April bis Oktober der Betrieb. 1950 Entdeckung des Westfeld - Erzmittel II. 1958 Einführung des Blockbaus mit Rahmenzimmerung. Bis dahin wurde der Firstenstoßbau allein angewandt. 1960 Einführung des Teilsohlenbruchbaus und des Firstenstoßbauses. 1964 1967 Ausbau bis zu einer Jahresförderung von 420.000t Jahresförderung. 1970 Beginn des Modernen Bergbaus. Der LHD - Abbau (Einsatz von Gleislosen Dieselfahrzeuge wurden eingeführt). 1973 Nach Beendigung des Ausbauprogramms stieg die Jahresförderung auf bis zu 460.000t. 1978 Aufnahme des Firstenstoßbaues mit Betonversatz. 1980 Stillegung der Stromerzeugung der KWC und Übergabe der Oberharzer Wasserwirtschaft an das Land Niedersachsen. 1981 150 Jahr-Feier der Grube „Hilfe Gottes. 1992 Schließung und Stilllegung der Grube. Quellen: Friedrich Ahrend „Gründa Historika“ Erzbergwerk Bad Grund Preussag AG Der Oberharzer
Baubeginn des Tiefen Georg-Stollens Am 26. Juli 1977 jährte sich zum 200sten Mal der Baubeginn der Errichtung des Tiefen Georg-Stollens in Bad Grund. Nach der Wiederaufnahme des Bergbaus im Oberharz hatte man im 16. Jahrhundert damit begonnen, den 19. Lachter- und den 13. Lachterstollen sowie den Frankenscharner Stollen aufzufahren, um das Problem der Wasserlösung für die Grubenbaue zu bewältigen. Nachdem an diesen Projekten in mühsamer Weise und mit häufigen Unterbrechungen Jahrhunderte hindurch gearbeitet worden war, sollte nunmehr im Jahre 1777 erstmals wieder mit dem Bau eines bedeutenden Stollens begonnen werden, der doppelt so lang wie die bisher angelegten und auf doppelte Teufe projektiert war. Anlässlich der Wiederkehr dieses historischen Ereignisses sah sich die Bergstadt Bad Grund zusammen mit der Preussag veranlasst, am Jahrestag eine Feierstunde zu veranstalten, die auch seitens der Bevölkerung auf reges Interesse stieß und damit zugleich die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Geschichte des Bergbaus im Oberharz erkennen ließ. Kurt Beißner, der Präsident des Oberbergamtes Clausthal-Zellerfeld, Oberbergrat a.D. Herbert Dennert und Prof. Dr. Gerhart Gunzert von der Preussag zählten zu den Hauptfestrednern, die sowohl auf die historische Bedeutung des Oberharzers Bergbaus als zum Teil auch auf die gegenwärtige Situation und die zukünftigen Aspekte des Bergbaus in dieser Region eingingen.
Anfang der dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts teufte man den Westschacht ab.  Er befindet sich etwa einen Kilometer westlich vom Achenbachschacht im Liegenden des Hilfe Gotteser Gangs. Von hier wurde in einem Querschlag auf der sechsten Sohle das Westfeldmittel I eindeckt.
„Unter dem Begriff LHD (Load-Haul-Dump) ist eine Fördertechnik zu verstehen, die bei verschiedenen Abbauverfahren unter gewissen Anpassungsmaßnahmen zur Anwendung kommen kann. Erstmals im Gangerzbergbau wurde diese Technik 1970 im Erzbergwerk Grund versucht. Ende 1971 wurde der zweite Abbau in Verhieb genommen. Im Einsatz sind dieselgetriebene, gummibereifte Fahrzeuge Eimco 911 LHD und Wagner HST 1, die mit der 0,8 fassenden Schaufel das Haufwerk vor Ort aufnehmen, durch den Abbau zu einer Sturzrolle fördern und dort entleeren.
Eimco 911 Sturzrrollee
„Die Grube Hilfe Gottes ist das Kronjuwel des Harzes“ so stand es nach Abschluss der Veranstaltung anlässlich ihres 150jährigen Bestehens in den Schlagzeilen der örtlichen Presse. Das Erzbergwerk Grund hatte am 20 November 1981 zu einer Jubiläumsveranstaltung eingeladen. In seiner Begrüßungsansprache sagte der Vorsitzende des Vorstandes der Preussag AG, Dr. Günther Saßmannshausen, dass ein solches Jubiläum die rechte Gelegenheit sei, sich der großen Taten, die in der Vergangenheit vollbracht wurden, zu erinnern und ließ die Geschichte der Grube Revue passieren. Er warf einen Blick zurück in das Jahr 1564, als fast an gleicher Stelle eine Grube unter dem Namen Hilfs Gots im Grunde aktenkundig wurde. Sie wurde jedoch wieder aufgegeben, von Nachfolgewerken mit zeitlichen Unterbrechungen glücklos belegt, und erst wieder am 31. Oktober 1831 unter dem Namen Hilfe Gottes als Versuchsabbau eröffnet. Dieses Datum ist als Geburtsstunde des heutigen Bergwerkes zusehen, das seitdem in ununterbrochener Betriebsperiode Blei-Silber- und Zinkerze abbaut. Bedenkt man, dass hier gegenwärtig ca. 50% der deutschen Bergwerksproduktion bei Blei uns Silber sowie 20% bei Zink erbracht werden, so darf man das Vorkommen in Bad Grund das größte im Oberharz nennen und auch weltweit zu den großen Gangerzlagerstätten zählen.
Die Anfänge des Oberharzer Bergbaues liegen wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts. In der Umgebung von Grund wird zuerst vom Eisensteinbergbau und Silbererzbergbau am Iberg berichtet. Die Anfänge des Bergbaus am Totemann bei Grund (Lage der Grube Hilfe Gottes) sind unbekannt. Um 1682 wurde der dortige alte Bergbau durch eine Gewerkschaft Isaakstanne erneut aufgenommen. Der alte Tagesstollen und der Schacht wurden wieder aufgemacht. Man fand vor den Örtern Erz, stellte aber nach wenigen Jahren den Betrieb wieder ein. Bei der zweiten Wiederinbetriebnahme im Jahre 1740 ging es ähnlich. Obwohl das Erz sehr silberreich war, wurde der Bergbau wegen Geldmangel bald wieder geschlossen. Die Grube Hilfe Gottes wurde 1831 als fiskalische (der Staat als Verwalter) Grube wieder aufgemacht. Der bisherige Betrieb hatte erheblich unter Mangel an Aufschlagwasser gelitten. Man brachte daher ein kostspieliges Projekt zur Durchführung und führte Wasser von der Innerste durch besondere Kunstbauten, den Schultestollen, den Eichelberger Wasserlauf und eine gusseiserne Röhrentour zur Überbrückung des Grunder Tales, zur Grube Hilfe Gottes. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Grube stetig aufwärts. Die Gruben wurden bis ins 19. Jahrhundert von Gewerkschaften betrieben, die den Zehnten (10% Steuern) an den Landesherrn abführen mussten. 1866 wurde das Gebiet vom preußischen Staat übernommen. 1867 wurde es zum Reservatfeld erklärt und unter die drei neu gebildeten Berginspektionen Clausthal, Lautenthal und Silbernaal (Später Grund) aufgeteilt. 1923 wurden die staatlichen Berginspektionen der neu gebildeten Preußischen Erzbergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft unter der Bezeichnung Erzbergwerke eingegliedert. 1930 wurde wegen Erschöpfung der Erzmittel die Erzbergwerke Clausthal und Lautenthal stillgelegt. Seither ist nur noch das Erzbergwerk Grund im Betrieb.
Geschichte
© Michael Myler 2000 - 2019
michael-myler.de Private Homepage von Michael Myler